48 Stunden Dauerregen
Passt, es ist Freitagmittag und ich habe mir den Samstag in der Firma freigekommen, um der netten Einladung durch meinen „Chef“ Sigi, zu folgen mit ihm mal eine Session zu verbringen. Das Einzige was das Bild etwas trübte, war der Dauerregen der seit heute Früh eingesetzt hatte. Gestern noch strahlender Sonnenschein bei ca. 25 Grad und heute - wie gesagt - Dauerregen bei ca. 15 Grad und Tendenz eher fallend.
Aber die Freude über die bevorstehende Angeleinheit, dazu für mich noch auf einem neuen Gewässer ließ das bekackte Wetter schnell in den Hintergrund treten.
Aufbau im Regen ist besser als Abbau im Regen, dachten wir uns und schlürften mal entspannt einen Hopfensaft. Das Camp steht und es regnet unaufhörlich weiter. Mittlerweile ist es schon Nachmittag geworden und ich kann mich endlich überwinden meine Taucherbrille und Flossen zu schnappen um einen geeigneten Platz für meine Montagen zu finden.
15 Grad, es ist eine Wohltat heute ins Wasser zu steigen, den dieses ist bestimmt um 10 Grad wärmer als die Außentemperatur, nur ans Herauskommen wollte ich jetzt noch keinen Gedanken verschwenden um die Zeit im und unter Wasser zu genießen.
Herrlich, riesige Krautfelder durchzogen den See. Es war echt schwer krautfreie Stellen zu finden, aber hatte man die mal gefunden und mal näher mit der Taucherbrille in Augenschein genommen, wusste man dass man hier richtig war. Offene Muscheln, freigeblasener Kies à hier mussten unsere werten Freunde ab und an vorbeikommen um zu fressen. Jetzt brauchte ich nur noch etwas Glück dass dies in den nächsten 36 Stunden passierte. Zielsicher wurden die Montagen auf den Grund des Sees hinuntergetaucht und so getarnt, dass nicht gleich dem ersten Karpfenblick verraten sollte, dass es da einen Haken an der Sache gibt.
Voller Zuversicht und zufrieden mit mir selbst machte ich mich auf um das feuchte Element zu verlassen und nach getaner Arbeit mich dem gemütlichen Teil unseres Ansitzes zu widmen. Was ich beim Einstieg in das Element Wasser noch so reizvoll empfand, änderte sich jetzt beim Herauskommen schlagartig. Der noch immer anhaltende Dauerregen veranlasste mich so schnell wie möglich, meinen kleinen Brolly aufzusuchen, mir die nassen Kleiden vom Körper zu reißen und mir was Trockenes überzuziehen. Perfekt wäre jetzt eine Lungenentzündung, dachte ich mir, fahre ich ja nächste Woche eine Woche gegen Süden auf Cluburlaub. Was kann man da schon mehr brauchen als eine Lungenentzündung mit vielleicht 40 Grad Fieber? Aber, wie immer waren die Sorgen vollkommen unangebracht. Aber auch die Hoffnung, dass die Plätze mir einen Fisch bringen sollten erfüllte sich vorerst nicht. Kein Tüter, sowohl Sigis als auch meine Delkims meldeten sich zu Wort.
24 Stunden sind seit dem Auslegen vergangen, keine Rückmeldung, dass unsere Plätze bei Irgendjemand Interesse hervorgerufen hätten. Na ja, dann auf ein Neues. Natürlich regnete es noch immer, und wiederum freute ich mich das Wasser aufsuchen zu können. Ich vertraute weiter auf meine Stellen, denn sie schienen perfekt zu sein. Nach dem Tauchgang sah ich bei einer Stelle, dass Fische am Platz gewesen sein mussten und deshalb fütterte ich noch etwas nach und platzierte - wie bei den anderen - einen neu aufgezogenen Knödel. Fertig! Ich wunderte mich, es war dämmrig geworden. War ich jetzt wirklich so lange draußen? Es kam mir vor wie eine viertel Stunde, aber Sigi wies mich darauf hin, dass ich knappe zwei Stunden dem Zauber des Wassers erlegen war. Das Heraussteigen entwickelte sich - so wie gestern - zu einer Geschlechtsumwandlung, wurde aber gleich darauf besser als ich endlich wieder meine letzten trockenen Kleider an den dafür vorgesehenen Platz befördert hatte.
24 Uhr, Sigi und ich waren wieder mal bereit für die Liege. Nach der Aufzählung unserer Heldentaten und Gesprächen über Gott und die Welt war es höchste Zeit dem Sandmann seine Arbeitsstelle zu sichern. Job erledigt, dachte sich dieser, als ich 10 Minuten später ins Land der Träume glitt.
Piep Piep Piep, verdammt träume ich jetzt schon von einem Run, ist es wirklich schon so weit gekommen mit mir? Schlaftrunken öffne ich meine Augen und sehe Mr. Disco Delkim. Ok, könnte doch ein Fisch sein. Keine halbe Stunde nachdem wir uns schlafen gelegt hatten, jetzt volle Aktion. Sigi machte das Boot startklar und nahm mich bei meinem Rod Pod auf. Gemeinsam konnten wir den Drill in Mitten des Sees genießen. Mehr oder weniger zumindest, immer wieder tauchte der Fisch ab und versuchte noch den einen oder anderen Krautbuschen aufzunehmen um uns eventuell doch noch zu entkommen. Aber diesmal ging der Punkt an uns!
Danke Sigi für die tolle Hilfe und die Möglichkeit mir Dir zu Fischen! lg euer joe



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