März2020

März2020
Bild des Monats: März

Montag, 27. Mai 2013

Die Geburt einer Legende



Eigentlich begann alles ganz normal an diesem Pfingst-Montag. Mein Kumpel Hiasl und ich hatten diese Session an der Schottergrube - die mich heuer schon so unverhohlen auf den Boden der Tatsachen geholt hatte - schon seit längeren geplant und nun standen wir vor dem Gewässer und waren bereit unseren Arbeitseinsatz zu leisten.

So Arbeit erledigt, das Camp steht und wir können uns wichtigerem widmen, nämlich der Spotsuche die uns über die nächste Zeit wohl den einen oder anderen Karpfen bescheren würde, so hofften wir jedenfalls.

Also Schnorchelzeug umgeschnallt und rein in 20Grad „warme“ Wasser. Na ja erfrischend dachte ich mir, aber im Gegensatz zu meinem Wassergang vor zirka 14 Tagen fast schon Thermenverhältnisse. Diese 20 Grad Wassertemperatur erlaubten mir diesmal auch länger als 20 Minuten im Wasser zu verweilen um den perfekten Spot für die nächsten Tage zu finden. Die gute Zusammenarbeit mit meinem Kumpel Hiasl reduzierte diese Arbeit auf ca. 2 Stunden und ich dachte die perfekten Plätze gefunden zu haben. Und so ging es dann auch mal in die erste Nacht. Eine ruhige erholsame Nacht sollte diese werden. Eigentlich hätten wir beide unsere Funkis ausschalten könnten wäre nichts anderes herausgekommen. Nächsten Morgen das gleiche Spiel, nach dem obligaten Katzenfüttern in aller Früh wurde wieder die Taucherbrille umgeschnallt und mit den Flossen als Antrieb wurde wieder die Unterwasserwelt unsicher gemacht. Vorrangiges Ziel war es einmal, die von mir erwählten Platze aufzusuchen um nachzusehen, ob dort eine Aktivität stattgefunden hatte. Zu unser beiden Enttäuschung waren die Plätze unberührt geblieben. Dies war aber für mich kein Weltuntergang, denn wir hatten ja noch 3 Nächte vor uns und ich wusste - oder redete mir ein - dass es ganz normal sei, dass die Fische nicht jeden Tag diese Plätze aufsuchten, aber schon noch kommen würden.

 
Aber was ist das? Beim zurückfahren konnten wir sehr verdächtige Blasenteppiche lokalisieren, die für uns auf fischige Aktivität hinwies. Also schnell Marker ein wenig abseits dieser Hot Spots gesetzt und so schnell als möglich dort mal die Ruten abgelegt. Jetzt wieder zum übrigen Campleben zurückgekehrt, aber mit freudiger Erwartung was so kommen möge. Es kam nichts, aber auch gar nichts,  was unsere Stimmung trotzdem hochhielt war die Tatsache, dass wir uns im einzigen Fleckchen Österreichs befanden, wo uns die Sonne auf die Batterie heizte und uns mit 23 Grad beglückte, während dessen der Rest des Landes sich mit Regen und Werten um die 10 Grad herumschlagen musste. Aber OK, auch die zweite Nacht verlief ereignislos. Die so erfolgsversprechenden Stellen hatten uns im Stich gelassen. Also auf ein Neues. Wassersport war angesagt. Diesmal wurde die Taktik ein wenig geändert, Hiasl vertraute wohl nicht so ganz meinen Fähigkeiten fängige Stellen zu finden und wollte sich nun ab selbst um seinen Erfolg kümmern. Mir auch nicht ganz so unrecht, denn seien wir ehrlich, bis dato hatte ich versagt und da die Tagestemperaturen jetzt bei uns schön langsam unter die 20 Grad Marke fielen, war mir ein kürzerer Unterwassereinsatz gar nicht so unrecht. Ich selbst hielt an meinen Spots, die ich mir im ersten Drittel unseres Trips erwählt hatte treu und versuchte es eben dort weiter. Und in dieser Nacht sollte sich einiges ändern. Die Fische rollten wie verrückt, aber leider nicht an unseren Spots sondern direkt vor unseren Nasen, sodass wir den Verdacht nicht ganz loswerden konnten, dass diese uns verhöhnen wollten. Aber auch auf der Habenseite konnten wir diese Nacht endlich etwas verbuchen. Nein keinen Karpfen, sondern ein kleiner Wels wurde als erster auf unserer gedanklich geführten Erfolgsliste vermerkt. Das sollte es dann aber auch gewesen sein für diese Nacht. Morgens zweifelte dann schlussendlich auch ich an meinen Fähigkeiten einen fängigen Platz zu finden. Aber da tauchte wie ein Licht am Horizont im Person von Gregor - der seinerseits schon den einen oder anderen Fisch aus diesem Wasser ziehen konnte- auf. Hiasl blieb seiner Linie treu und suchte sich seine Stellen wieder autonom aus. Dank Gregor hielt ich an zwei meiner Stellen fest, nur mit einer zog ich circa 20 Meter weiter, in der Hoffnung, dass dies uns in der letzten Nacht doch noch den Erfolg bringen sollte. Der Abend war angebrochen und wir saßen gerade bei einer Abendrunde zusammen als eine Gewitterfront über uns hereinbrach. Innerhalb einer halben Stunde regnete es so viel, dass das Regenwasser unter meinen Brolly durchschoss und meine ganzen Taschen und der Rest der am Boden stand völlig durchnässte. Natürlich hatte sich unsere gemütliche Runde auch aufgelöst und so lagen wir alle schon gegen 22 Uhr in unseren Schlafsäcken. Der noch immer anhaltende Regen tat sein übriges dazu dass ich umgehend ins Land der Träume hinüberglitt. Geisterstunde und mit dieser meldet sich mein Delkim mit Dauerton. Schnell rein ins Boot und jetzt war es mir auch schnurz, dass ich mit meinen Schuhen im bestimmt 20 Zentimeter hohen Wasser stand das der Regen im Boot hinterlassen hatte und fuhr eben so dem Fisch entgegen. 30 Minuten später konnte ich meinen ersten Gelben als Jahreskartenfischer aus diesem Gewässer ziehen und gleich mal keinen schlechten obendrein.
 
 
Weiters sei noch erwähnt dass dieser Fisch auf den Platz gelaufen war, den mir Gregor ans Herz gelegt hatte. Freudestrahlen wurde der Fisch für die Ewigkeit bildtechnisch archiviert und die Montage wieder neu auf den Spot abgelegt. Und die Nacht sollte noch einiges bringen. Gleich mal vorweg, Karpfen konnten wir keinen mehr auf unserer Liste verbuchen aber Hiasl konnte auf seine Stellen einen kleinen Wels und einen Amur landen, die beide aufgrund ihrer Größe wieder umgehend in ihr Element entlassen wurde. Und so brach auch nach dieser erfolgreichen Nacht wiederum ein frischer Morgen an und mit dem ersten Tageslicht meldet sich bei mir wieder ein Bissanzeiger. Ein Fallbiss und dies konnte eigentlich nur bedeuten, Wels oder Amur und schnell stellte sich heraus dass es sich um Zweiteres handelte. Auch dieser Fisch wurde schnell wieder im Wasser abgehakt und entlassen. Jetzt war wieder mal der Nachhauseweg im Focus um meine Katzen zu versorgen. Wieder am See angekommen, wurde alles vorbereitet für den Abbau des Camps. Als Hiasl von seinem morgendlichen Spaziergang zurückkehrte, konnte ich einen fetten Grinser in seinem Gesicht erkennen. Was hatte ich verpasst in der Stunde an der ich nicht am See sein konnte? Schnell zückte dieser die Kamera und wir konnten uns das lachen beide nicht verkneifen. Eine neue Legende beziehungsweise Spitzname wurde geborgen.
Da Welshiasl war geboren.
 
 
 
 

Freitag, 17. Mai 2013

So vier Wochen Urlaub


Urlaub bei mir bedeutet aber derzeit min. einmal am Tag Zuhause aufzutauchen um meine vier Fellkneudl zu versorgen. Also, genug Zeit für mich um mich meine zwei zum Teil neuen Hausgewässern zu widmen.

Gestartet wurde auf der für mich neuen Schottergrube die für ihre guten Fische bekannt ist. Um es kurz zu machen, 5 Nächte waren geplant, aber die Session wurde nach vier Tagen ohne Drucker abgebrochen. Nein nein die Fische waren schon aktiv aber nicht in meinem Bereich des Sees der mir zur Verfügung statt. Aber am Einsatz konnte es nicht liegen, den trotz 16Grad Wassertemperatur wurden Tauschbrille und Flossen umgeschnallt und dem Gewässer vielleicht das eine oder andere Geheimnis zu entlocken. Aber wie gesagt vergebens, trotzdem wird mit dieser Einsatz positiv in Erinnerung bleiben, denn nicht nur das mich meine Schwester mit Ihrem zukünftigen Gatten + Familie an meinen Geburtstag am Wasser besuchten nein auch durfte ich einige neue sehr nette Mitstreiter kennen lernen die mit mir das Gewässer die nächste Zeit teilen werden.

Beim zweiten Einsatz wurde der Focus auf mein zweites Hauswasser gelenkt an den ich ja schon über eine Saison Erfahrung verfügte und eben aus diesem Grund bezifferte ich meine Chancen umgleich höher. Und diesmal sollte ich nicht allein ans Wasser gehen, nein ich wurde von meinem Kärntner Angelkollegen Daniel begleitet.
Die folgenden vier Tage beziehungsweise Nächte als Urlaub zu bezeichnen wäre schon etwas weit hergeholt gewesen. Am Tag quälten mich die Bortfotzen ( Welse) und nächtens rauschten die Karpfen über unsere Futterplätze. An Schlaf war kaum zu denken den alle drei Stunden hieß es entweder Fisch drillen oder den Ablichtpart zu übernehmen. Bei dieser Arbeit ergänzten Daniel und ich uns aber wie ein altes Ehepaar das über Jahrzehnte zusammengespielt schien. Unserem Erfolg bestimmt auch zugrundeliegend war das wir, die Fische exakt nach ihrem Liebeswerben unsere Aufbaunahrung vorlegen konnten. Teilweise wie im Rausch vielen diese über den reich gedeckten Tisch her. Beim Fotografieren mussten wir dann teilweise genau schaun welche Seite des Fisches wir ablichteten da diese durch ihr Liebesspiel schon etwas mitgenommen mutierten.


Aber alles in allem waren dies zwar zwei ganz unterschiedliche Wochen am Wasser jede auf ihre Rat reizvoll und spannend. Jetzt steht nochmals ein Abstecher zum Hausgewässer Nummer eins bevor, schauen ob dieses mir diesmal auch die kalte Schulter präsentiert.