Eigentlich begann alles ganz normal an diesem
Pfingst-Montag. Mein Kumpel Hiasl und ich hatten diese Session an der
Schottergrube - die mich heuer schon so unverhohlen auf den Boden der Tatsachen
geholt hatte - schon seit längeren geplant und nun standen wir vor dem Gewässer
und waren bereit unseren Arbeitseinsatz zu leisten.
So Arbeit erledigt, das Camp steht und wir können uns
wichtigerem widmen, nämlich der Spotsuche die uns über die nächste Zeit wohl
den einen oder anderen Karpfen bescheren würde, so hofften wir jedenfalls.
Also Schnorchelzeug umgeschnallt und rein in 20Grad „warme“
Wasser. Na ja erfrischend dachte ich mir, aber im Gegensatz zu meinem
Wassergang vor zirka 14 Tagen fast schon Thermenverhältnisse. Diese 20 Grad
Wassertemperatur erlaubten mir diesmal auch länger als 20 Minuten im Wasser zu
verweilen um den perfekten Spot für die nächsten Tage zu finden. Die gute
Zusammenarbeit mit meinem Kumpel Hiasl reduzierte diese Arbeit auf ca. 2
Stunden und ich dachte die perfekten Plätze gefunden zu haben. Und so ging es
dann auch mal in die erste Nacht. Eine ruhige erholsame Nacht sollte diese
werden. Eigentlich hätten wir beide unsere Funkis ausschalten könnten wäre
nichts anderes herausgekommen. Nächsten Morgen das gleiche Spiel, nach dem
obligaten Katzenfüttern in aller Früh wurde wieder die Taucherbrille
umgeschnallt und mit den Flossen als Antrieb wurde wieder die Unterwasserwelt
unsicher gemacht. Vorrangiges Ziel war es einmal, die von mir erwählten Platze
aufzusuchen um nachzusehen, ob dort eine Aktivität stattgefunden hatte. Zu
unser beiden Enttäuschung waren die Plätze unberührt geblieben. Dies war aber
für mich kein Weltuntergang, denn wir hatten ja noch 3 Nächte vor uns und ich
wusste - oder redete mir ein - dass es ganz normal sei, dass die Fische nicht
jeden Tag diese Plätze aufsuchten, aber schon noch kommen würden.

Aber was ist das? Beim zurückfahren konnten wir sehr
verdächtige Blasenteppiche lokalisieren, die für uns auf fischige Aktivität
hinwies. Also schnell Marker ein wenig abseits dieser Hot Spots gesetzt und so
schnell als möglich dort mal die Ruten abgelegt. Jetzt wieder zum übrigen
Campleben zurückgekehrt, aber mit freudiger Erwartung was so kommen möge. Es
kam nichts, aber auch gar nichts, was
unsere Stimmung trotzdem hochhielt war die Tatsache, dass wir uns im einzigen
Fleckchen Österreichs befanden, wo uns die Sonne auf die Batterie heizte und
uns mit 23 Grad beglückte, während dessen der Rest des Landes sich mit Regen und
Werten um die 10 Grad herumschlagen musste. Aber OK, auch die zweite Nacht
verlief ereignislos. Die so erfolgsversprechenden Stellen hatten uns im Stich
gelassen. Also auf ein Neues. Wassersport war angesagt. Diesmal wurde die
Taktik ein wenig geändert, Hiasl vertraute wohl nicht so ganz meinen
Fähigkeiten fängige Stellen zu finden und wollte sich nun ab selbst um seinen
Erfolg kümmern. Mir auch nicht ganz so unrecht, denn seien wir ehrlich, bis
dato hatte ich versagt und da die Tagestemperaturen jetzt bei uns schön langsam
unter die 20 Grad Marke fielen, war mir ein kürzerer Unterwassereinsatz gar
nicht so unrecht. Ich selbst hielt an meinen Spots, die ich mir im ersten
Drittel unseres Trips erwählt hatte treu und versuchte es eben dort weiter. Und
in dieser Nacht sollte sich einiges ändern. Die Fische rollten wie verrückt,
aber leider nicht an unseren Spots sondern direkt vor unseren Nasen, sodass wir
den Verdacht nicht ganz loswerden konnten, dass diese uns verhöhnen wollten.
Aber auch auf der Habenseite konnten wir diese Nacht endlich etwas verbuchen.
Nein keinen Karpfen, sondern ein kleiner Wels wurde als erster auf unserer
gedanklich geführten Erfolgsliste vermerkt. Das sollte es dann aber auch
gewesen sein für diese Nacht. Morgens zweifelte dann schlussendlich auch ich an
meinen Fähigkeiten einen fängigen Platz zu finden. Aber da tauchte wie ein
Licht am Horizont im Person von Gregor - der seinerseits schon den einen oder
anderen Fisch aus diesem Wasser ziehen konnte- auf. Hiasl blieb seiner Linie
treu und suchte sich seine Stellen wieder autonom aus. Dank Gregor hielt ich an
zwei meiner Stellen fest, nur mit einer zog ich circa 20 Meter weiter, in der
Hoffnung, dass dies uns in der letzten Nacht doch noch den Erfolg bringen
sollte. Der Abend war angebrochen und wir saßen gerade bei einer Abendrunde
zusammen als eine Gewitterfront über uns hereinbrach. Innerhalb einer halben
Stunde regnete es so viel, dass das Regenwasser unter meinen Brolly durchschoss
und meine ganzen Taschen und der Rest der am Boden stand völlig durchnässte.
Natürlich hatte sich unsere gemütliche Runde auch aufgelöst und so lagen wir
alle schon gegen 22 Uhr in unseren Schlafsäcken. Der noch immer anhaltende
Regen tat sein übriges dazu dass ich umgehend ins Land der Träume hinüberglitt.
Geisterstunde und mit dieser meldet sich mein Delkim mit Dauerton. Schnell rein
ins Boot und jetzt war es mir auch schnurz, dass ich mit meinen Schuhen im
bestimmt 20 Zentimeter hohen Wasser stand das der Regen im Boot hinterlassen
hatte und fuhr eben so dem Fisch entgegen. 30 Minuten später konnte ich meinen
ersten Gelben als Jahreskartenfischer aus diesem Gewässer ziehen und gleich mal
keinen schlechten obendrein.

Weiters sei noch erwähnt dass dieser Fisch auf den
Platz gelaufen war, den mir Gregor ans Herz gelegt hatte. Freudestrahlen wurde
der Fisch für die Ewigkeit bildtechnisch archiviert und die Montage wieder neu
auf den Spot abgelegt. Und die Nacht sollte noch einiges bringen. Gleich mal
vorweg, Karpfen konnten wir keinen mehr auf unserer Liste verbuchen aber Hiasl
konnte auf seine Stellen einen kleinen Wels und einen Amur landen, die beide
aufgrund ihrer Größe wieder umgehend in ihr Element entlassen wurde. Und so
brach auch nach dieser erfolgreichen Nacht wiederum ein frischer Morgen an und
mit dem ersten Tageslicht meldet sich bei mir wieder ein Bissanzeiger. Ein
Fallbiss und dies konnte eigentlich nur bedeuten, Wels oder Amur und schnell
stellte sich heraus dass es sich um Zweiteres handelte. Auch dieser Fisch wurde
schnell wieder im Wasser abgehakt und entlassen. Jetzt war wieder mal der
Nachhauseweg im Focus um meine Katzen zu versorgen. Wieder am See angekommen,
wurde alles vorbereitet für den Abbau des Camps. Als Hiasl von seinem
morgendlichen Spaziergang zurückkehrte, konnte ich einen fetten Grinser in
seinem Gesicht erkennen. Was hatte ich verpasst in der Stunde an der ich nicht
am See sein konnte? Schnell zückte dieser die Kamera und wir konnten uns das
lachen beide nicht verkneifen. Eine neue Legende beziehungsweise Spitzname
wurde geborgen.
Da Welshiasl war geboren.