Das Wetter ist heiß, fast zu heiß für Mitte September.
Mein Kumpel Wolfi und ich beschließen heute wieder mal auf das Zelt zu verzichten und dem lauen Abend unter dem Sternenhimmel zu erleben. Besuch hatten wir auch schon, Hänzn und sein Kumpel Robert, die auch am See ihr Glück versuchten. Hänzn hatte sein Glück in Art einer der sehr sehr raren Koi- Karpfen schon gefunden. Verdammt schon wieder ein Zielfisch weniger. *Grins*
Sie versorgten uns mit einem Bier und so kamen wir wieder ins Gespräch über dies und das.
Gegen Abend schafften wir es dann sogar unsere Ruten an Ihren Bestimmungsort zu bringen und warteten jetzt darauf in den Drill starten zu dürfen. Das ließ sich Wolfi natürlich nicht zweimal sagen und legte prompt einen von mir so heiß geliebten Weißfisch auf die Matte. So, der Amur ist im Kasten und wir konnten uns wieder der Konversation widmen.
Da wir uns einige Zeit nicht gesehen hatten, gingen uns die Gesprächsthemen auch nicht so schnell aus und wir quatschten bis tief in die Nacht. Der einzig „störende“ war Wolfi, der glaubte zwischendurch immer wieder einen Fisch drillen zu müssen. Nicht zu glauben.
Ja, so wanderten bis früh morgens insgesamt vier sehr gute Fische auf meine Speicherkarte, und ich war froh, als Wolfi beschloss die Ruten nicht neu auszulegen und uns ein wenig Schlaf zu können.
Verrückt wie es derzeit abgeht, keine Frage, fast schon kitschig. Aber ganz im Gegensatz zu Wolfis Bissanzeigern schwiegen meine eindrucksvoll.
Der Morgen war angebrochen und Wolfi war schwer gezeichnet von den Kraftanstrengungen die er in der Nacht vor der Linse vollführen musste. Also beschloss ich kurzerhand mal für ein kräftiges Frühstück zu sorgen um uns - dann gestärkt - weiter uns unseren schuppigen Freunden widmen zu können.
Später Vormittag, Wolfi steht schon wieder im Drill und ich bin wieder mal in der Zuschauerrolle. Aber jetzt nicht mehr. Ein zweiter Fisch ergreift die Flucht „ Doppelrun“, absolut verschärft. Leider steigt Wolfis Fisch mitten im Drill aus, die Schuld wird schnell dem Schonhaken zugeschoben und sofort rückt mein Fisch in den Mittelpunkt. Stur zieht er seine Bahnen vor unseren Füßen und bestätigt damit, dass es sich um keinen Schlechten handeln könnte. Da plötzlich durchbricht er die Wasseroberfläche und unsere Vermutung wir bestätigt, es ist ein guter, ein sehr guter.
Schnell steigt wieder der Blutdruck auf Maximallast. Die Birne läuft rot an und das Herz schlägt bis zum Hals oder nahezu darüber hinaus. Jetzt bloß keinen Fehler machen und den Fisch sicher über den Kescherrand bringen. Dank perfekter Teamarbeit senkt sich mein Blutdruck wieder in halbwegs für die Krankenkasse erfreuliche Regionen und die Endorphine schießen nur so in meinen Körper. Sagen wir einfach: ich freute mich wie eine Gruppe „Weight Watchers“ die gerade den Eingang zur Fa. Zotter (Schokolade Firma) stürmen. Ein prächtiger Fisch, und die Form einfach der Hammer. Froh und überglücklich darf ich den Fisch nach seiner Fotosession wieder seinem Element übergeben.
Puh wie geil war das, was sollte jetzt noch folgen? Konnte es eventuell noch besser werden?! Nein auf keinen Fall !!!
Absoluter Bullshit!! Denn Wolfi streute noch so als Zugabe den einzigen schwarzen Amur des Sees darüber. Ein echter Zielfisch und immer wieder wunderschön anzuschauen. Makellos und einfach nur prächtig verabschiedeten wir natürlich auch Ihn in die Freiheit. Als Zugabe sollten wir beide noch mit zwei „kleineren“ Karpfen belohnt werden, ehe wir unsere Zelte wegen des einsetzenden Regens abbrachen.









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