So, das halbe Jahr 2011 ist um und mittlerweile stehen mehr als 80 Fischeinsätze zu Buche. Der Schnitt ist bis jetzt nicht schlecht. Obwohl ich heuer sehr viel Zeit am Wasser verbracht habe, reizt es mich noch immer wieder aufs neues, mich dem feuchten Element zu nähern.
Heute ist es wieder einmal soweit. Der Partikelmix pfeift im Schnellkochtopf vor sich hin und wartet darauf seinem höheren Sinn als Lock und Futtermittel für meine Zielbeute zu dienen.
Sonntag/Montag
Am Sonntagnachmittag ist es wieder soweit. Ich schnappe mir den besagten Partikeleimer und mein 5 kg Boiliesackerl, die auf den Namen „ Open Water „ hören. Mit ca. 5 ha ist mein Hauswasserl sicher nicht gerade prädestiniert für den Namen, aber der fischig- fleischige Geruch hat mich überzeugt.
Am See angekommen nehme ich mal wieder frohlockend zur Kenntnis, dass ich Mutterseelen alleine bin, auf jeden Fall bis morgen in der Früh. Da sollte mein Kumpel Patrick dazukommen. Auf eine Liege wurde wieder einmal verzichtet, denn zum Glück steht ein Kombi in meinem Besitz, der mich heute Nacht beherbergen sollte. Schlafsack ausgerollt und etwas eingerichtet und schon wurden die Ruten montiert und ausgelegt.
Die Nacht sollte ruhig verlaufen, bis auf einen Amur der mit gegen 2Uhr quälte, und durch seine aktive Ader es mir fast unmöglich machte ihn abzulichten.
Aber ab 5 Uhr früh gab es keinen Schlaf mehr. Bis 08 Uhr sollte ich 4 Bisse verzeichnen. Zwei davon auf die Boilie Rute und zwei auf das Partikel Steckerl. Ausgeglichen muss man sagen und für mich sehr verwunderlich, da bis dato Partikel sehr gut funktioniert haben.
Zwei von den vier Fischen waren absolute Schönheiten, die ich bis jetzt noch auf keinem Foto gesehen hatte. Danny hätte gesagt „ What a Beauty“ und diese Worte kamen auch meinem Vater über die Lippen, als er mich mit einer Jause überraschte und ich gerade dabei war die Fische abzulichten.
So gegen 10 Uhr kam Patrick vorbei. Selbstlos - wie ich nun mal bin - überlasse ich Patrick meine Futterstellen und legte nur noch pro forma meine Ruten aus. Gezeichnet durch die Nacht mit relativ wenig Schlaf machte sich jetzt auch die Müdigkeit breit. Gegen Mittag machten sich dann auch noch zwei Vereinsmitglieder mit dem Boot auf, um den See nach Zandern mit ihren Gummifischen abzupflügen. Somit konnten wir einige Hilfeschreie unserer Bissanzeiger wahrnehmen aber ausschließen, dass es Fischkontakt war. Übermüde und über den Sinn solcher Aktionen nachdenkend legte ich mich in meinen Sessel und brach mal eine Stunde weg. Wieder aufgewacht, waren wir dann nur zu zweit am See und ich beschloss meine Sachen zu packen und mich auf den Weg nach Hause zu machen. Beim Zusammenpacken konnte Patrick noch einen Fisch abpassen und ich war noch schnell mit der Kamera zustelle.
Dienstag
Aber die dauerte nicht lange, denn irgendwie verfing sich die Schnur am Rod Pod und der Hackl in meiner Kleidung und somit musste ich mit ansehen wie mein Rod Pod + Rute baden ging. Zum Glück hatte ich die Bissanzeiger noch nicht montiert, trotzdem hofftet ich inständig, dass meine Rod Pod + Rute in der trüben Suppe, in der die Sichtweite nicht mal 20 cm beträgt, wieder zu finden. Also schnell ans Land zurück und raus aus den Sachen und nach dem Kostbarkeiten getaucht. Zum Glück - ca. 3 Minuten später - lag alles wieder am Land.
Puh, noch mal Glück gehabt! Eigentlich war mir jetzt danach meine Sachen zu packen und nach Hause zu fahren. Schlussendlich aber entschloss ich mich doch dazu, den restlichen heutigen Tag hier mit Michl zu verbringen. Aber meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn einige Zeit später öffnete der Himmel seine Schleusen und ergoss sich über uns. Teilweise so heftig, dass wir im Auto Schutz suchten da wir trotz Regengezeuges nass zu werden drohten. Eine halbe Stunde später war der Spuk auch schon wieder vorbei und ich machte mich daran meine (eine) Rute, mit der ich heute noch Fischen wollte, auszulegen. So langen unsere vier Montagen wieder mal am Platz und warteten wieder mal darauf gefunden zu werden. Und bis zum Abend - kann ich euch sagen - fanden die Fische nicht nur unsere Futterplätze, sondern auch unsere Montagen und so konnte Michi noch den einen oder anderen Fisch landen und ich wurde mit einem belohnt.
Den Vogel aber schoss Michi noch zum Schluss ab. Wir waren eigentlich gerade beim Ablichten meines Fisches, da hörte ich ein Pfeifen und fragte Michi, ob er es auch höre. Ohne mir zu antworten legte er ein "Bolt" Sprint hin und eine halbe Stunde später- mit inkludiertem Bootsdrill - durfte er seinen neuen PB in den Händen halten. Gratulation zum PB!
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