Kurze Zeit später liegen die „Waffen“ auch schon im Wasser und ich mache ein Schläfchen in meiner neuen XXL Abhakmatte.
Auf Sessel oder anderes Zubehör wurde wie immer verzichtet, dabei sind nur :montierte Ruten, Rod Pod, Tacklebox, Matte + Kescher. Das macht die Aufbauarbeiten wie immer zur reinsten Freude.
Drückend schwül und heiß ist es; die Luftzirkulation ist in meiner Matte auch nicht gegeben und somit klebt die Kleidung vollständig an meinem Körper. Trotzdem schaffe ich es eine Stunde zu schlafen ohne gestört zu werden.
Donnergrollen reißt mich aus den süßen Träumen. Nein, nicht schon wieder. In letzter Zeit habe ich mit dem Wetter echt kein Glück. Immer wieder schwere Gewitter.
OK, bis auf die Matte, Kescher und die scharfen „Waffen“ wird alles im Auto verstaut und gewartet auf das was da kommen möge.
Keine 10 Minuten später schlagen schon die ersten Hagelkörner auf meinem Autodach ein, im Hintergrund höre ich den Hagelabwehrflieger seine Runden ziehen. Du Orsch denke ich mir, hast wieder mal alles verpennt.
Meine Funkbox spielt Ihr Hagellied und ich denke an mein armes Zubehör das dem Hagelsturm gerade trotzt.
Scheiße was ist dass, Dauerton und zwar ein Fallbiss.
Strafe muss sein. Da ich meine Ruten nicht rechzeitig herausgezogen habe, muss ich jetzt wohl oder übel in den Sturm.
Auf den 50 Metern bis zu den Ruten prallen einige Kirschgroße Hagelkörner an meinem Muskelpanzer ab. Unter Schmerzen erreiche ich die betroffene Rute und nehme den Tanz mit dem Fisch auf. Die Gegenwehr ist nicht schlecht, aber die Hagelkörner die rundherum, im Wasser und am Land, einschlagen und zwischen erbs- bis fast golfballgroß sind, machen mir Sorgen.
Es muss schnell gehandelt werden. Ich nehme den Wasserkübel, leere das Wasser aus und schnellstens auf den Kopf mit ihm. So ist zumindest mein Kopf gegen den Hagel geschützt. Dieses Vorgehen sollte sich als rettende Maßnahme herausstellen, denn einige Male hörte ich einen lauten Knall durch die an der Kübelwand detonierenden Hagelkörner. Mein Körper wurde auch laufend getroffen, aber zum Glück eher von der kleineren Generation. Nach fünf Minuten, mit praktisch null Sicht Dank meines Hagelschutzes, war der Spuck auch schon wieder vorbei. Jetzt regnete es nur noch und somit konnte ich mich ganz dem Fisch widmen.
Etwas Langes durchbricht die Oberfläche. NEIN , die ganzen Unannehmlichkeiten wegen eines Amurs. Mir war zum heulen zu Mute. Hilft nix, der Fisch muss heraus um dann wieder freigelassen zu werden. Aber der Fisch hatte anderes vor. Als er eigentlich schon für den Kescher fertig war, drehte er sich noch mal weg machte einen Kopfschlag und weg war er. Na mehr brauchst net, jetzt war net mal der Fisch heraußen. So stand ich mit leeren Händen da.
Jetzt war ich völlig nass und ein wenig angefressen und war bereit nachhause zu fahren. Da kam wie durch ein Wunder die Sonne heraus und überredete mich zum Verweilen ein. Und das sollte ich nicht bereuen. So gegen 20 Uhr bekam ich noch einen Biss und konnten einen dicken alten Bekannten noch zum Fototermin bitten.
Ein Amur, der zugleich mit dem Karpfen ablief, wurde im Wasser abgehakt, da ich mir heute keinen Fotostress mit dem Weißfisch antun wollte. Was habe ich gelernt? Wenn ich den Hagelflieger das nächste Mal höre, kommen die Ruten aus dem Wasser! „zwinker“
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